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Fett + Fertig
geschrieben von golly am 6.12..2015 um 03:45 Uhr

Fett + Fertig: sechzehn mal in der Kneipenbühne seit 1991, und unter dem Namen „Trümmerfeld“ ein weiteres Mal (1982): das ist für Oberweiling rekordverdächtig. Nun, dass das Quintett von den Kneipenbühnen-Programmgestaltern so oft eingeladen wurde, liegt einfach daran, dass die fünf quasi unzertrennlichen Jungs über all die Jahre ein unvergleichliches Konzept durchgehalten und kultiviert haben – nämlich heftige Musik zu covern und mit heftigen und deftigen fränkischen Texten zu versehen. Da röhrt auf überzeugende Weise AC/DC-Musik, der eine oder andere Hit von Led Zeppelin und eine Menge Hard Rock; da wird aber auch John Fogertys „Long As I Can See The Light“ übersetzt in die rührende fränkische Hymne „Blous a Bläidl singd vom Blärrer“ und da wird auf köstliche Weise der immer wiederkehrende allgemein blödsinnig-weinerliche Bluesinhalt auf die Schippe genommen: „Mei Alde is ganger […] Walder, a Solo! […] Ich spiel mein Blues so lang, bis er mer aufn Wegger gäiht.“ Das alles wirkt herrlich erfrischend. Ach ja, und da ist der „Schang“ – ein Sänger höchster Güte, dessen Tonumfang locker fünf Oktaven umfasst, der flüstert, grölt, falsettiert, knödelt, schön singt – immer halt gerade so, wie es die Situation erfordert. Man nimmt ihm seine „Messages“ ab, zumal, wenn er in der Zugabe den uralten Hit der dänischen Band D-A-D (Disneyland After Dark) „I Won’t Cut My Hair“ singt, in einer kongenialen Übersetzung übrigens: „Ich schneid’s ned, meine Hoa“. Man darf aber nicht nur vom Frontmann schwärmen, denn was wäre der, wenn der Rest der Truppe nicht rigoros am gleichen Strang ziehen würde.
Vom O’wei-Team wiederum ein „bravissimo“, ihr Franggn, ihr närschn! Vielleicht seid ihr wirklich ein echter Ersatz für einen äußerst fragwürdigen, leicht verwirrten deutschnationalen Mannheimer Sohn. „Fett + Fertig“ beim Eurovision Song Contest? Das wäre einmal etwas anderes als das ständige dumpf-dröge Heile-Welt-Gesäusel … Fraali, fraali, fraali!

Karikatur

by APAX

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